Schauspielklassiker zur Spielzeiteröffnung im Grossen Haus

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Faust mit Wagner beim Osterspaziergang. (c) Sebastian Hoffmann

Als zweite Premiere zum Saisonauftakt und zur Spielzeiteröffnung im Großen Haus präsentiert das Theater an der Rott den Klassiker der Deutschen Theaterliteratur par excellence: faust // der tragödie erster teil.

Stück und Stoff sind ein Gleichnis, eine Parabel, die gleichsam für den einzelnen Menschen, die Menschheit und den ganzen Kosmos gelten. Es ist ein altes, aber immer gültiges und aktuelles Thema: die Suche des Menschen nach der Wahrheit. Goethes Hauptwerk hat die deutsche Sprache bereichert und bietet einen Schatz an Zitaten. Sein Held ist der Prototyp des modernen Forschers und Wissenschaftlers, der seiner Welt Gutes und Böses bringt, während er nach höherer Erkenntnis strebt. Der Wissenschaftler wird auch zum Wanderer zwischen alten und neuen Welten.

Das Besondere an dieser Faust-Produktion ist, dass sie Klassisches und Modernes miteinander verschmilzt und verbindet. Das Klassische: es handelt sich natürlich um den originalen Goethe Text; die schöne, klassische Sprache und Texttreue. Das Moderne: Intendant und Regisseur Uwe Lohr hat eine neue Fassung für nur vier Schauspieler erstellt. Modern weil die Inszenierung die Geschichte und Themen mit heutigem Blick betrachtet und überprüft, welche Werte auch heute noch Gültigkeit haben. Zum Beispiel, was ist das Teuflische in der heutigen Zeit? Wie viel Teufel steckt in jedem von uns? In welcher Form versuchen Menschen heute, die ewige Jugend zu erlangen?

Die Konzeption im Theater an der Rott lebt von der Nähe des Publikums zum Ensemble, zum Geschehen, weshalb sich Regisseur Uwe Lohr und Ausstatterin Nina Ball für eine Arenasituation entschieden haben, bei der die Zuschauer mit den Akteuren auf der Bühne des großen Hauses sitzen. Dies erhöht die Konzentration auf den Text, auf die Figuren.

REGIE // UWE LOHR
AUSSTATTUNG // NINA BALL
MIT // RÜDIGER BACH / MARKUS FISHER / ELISABETH NELHIEBEL / KATHARINA ORASCHNIGG