DIE VIELEN: Gemeinsam gegen Rechts

An einem geschichtsträchtigem Ort gab es am 1. Februar 2019 in Nürnberg die Pressekonferenz zur Bayerischen Erklärung der VIELEN: Im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände trafen sich Vertreter bayerischer Kultureintrichtungen, darunter auch Dr. Uwe Lohr vom Theater an der Rott. Hintergrund der VIELEN ist die Solidarisierung mit denjenigen, die von rechter Hetzte betroffen sind und in ihrer Arbeit behindert werden.

Die Sprecher machten deutlich, dass rechtsextreme Parteien und weitere rechte Gruppierungen mit ihren Angriffen auf die Kunst- und Kulturlandschaft eine Welle der Solidarisierung ausgelöst haben. Am 19. Mai 2019 sind in Nürnberg und München zwei “glänzende Demonstrationen” für ein “EUROPA DER VIELEN” geplant.

Die Sprecher berichteten von gezielten Angriffen der AfD und für den unschätzbaren Stellenwert der freien Kunst und einer offenen Gesellschaft. Mit der Erklärung solle eine schweigende Mehrheit sichtbar gemacht und ein klares Statement gegen Abschottung, Nationalismus und Unmenschlichkeit gesetzt werden.

Ein Auszug aus der Erklärung der VIELEN:

“Heute begreifen wir Kunst und ihre verschiedenen Einrichtungen wie Museen, Theater, Konzerthäuser, Clubs in urbanen oder ländlichen Räumen als Orte, die Vielen gehören, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder Weltanschauung. Die Versammlung heterogener Individuen bereichert unsere plurale Gesellschaft. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander.

SOLIDARITÄT STATT PRIVILEGIEN. ES GEHT UM ALLE. DIE KUNST BLEIBT FREI!

Unsere Demokratie muss in diesem Sinne täglich neu verhandelt werden. Die Voraussetzung hierfür: es geht stets um Alle, um jede*n Einzelne*n als Abbild der vielen Möglichkeiten. Rechter Populismus steht Akteuren einer solchen gesellschaftlichen Vision feindlich gegenüber, wenn er Veranstaltungen stört oder behindert, versucht in Spielpläne oder Programme einzugreifen, gegen die Freiheit der Kunst polemisierend antritt und
an einer Renationalisierung der Kultur arbeitet.

Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sind Teil der alltäglichen Erfahrungen. Verächtlicher Umgang mit der Vielschichtigkeit unserer Gesellschaft, mit Menschen auf der Flucht, die unsere Hilfe benötigen, mit Künstler*innen, die versuchen, die Phänomene ihrer Zeit aufzuzeigen, kann nicht geduldet werden. Dieses Bündnis will nicht nur die Symptome bekämpfen, sondern durch die Auseinandersetzung mit den eigenen Strukturen sich diesen Phänomenen entgegenstellen und sich für die Freiheit der Menschen, des Denkens und insbesondere für die Freiheit der Kunst stark machen.”