Josef Maria Krasanovsky: „Krimi, Seelen-Roadmovie, Tragikomödie“

Josef Krasanovsky - Josef Maria Krasanovsky: "Krimi, Seelen-Roadmovie, Tragikomödie"

Josef Maria Krasanovsky führt Regie im Stück „In Evas dunklen Gärten“, das am 4. April 2019 Premiere feiert. Wie er die Uraufführung erarbeitet , was ihm dabei besonders große Freude bereitet und warum das Stück durchaus lebensnah ist, erzählt er im Interview…

„In Evas dunklen Gärten“ geht’s um Familiengeheimnisse, um Probleme – wie hast Du Dich an das Thema herangetastet?

Zwei Dinge sind ganz wichtig: Das Stück ist ein Krimi – es macht großen Spaß, dieses Genre zu bedienen. Man ist vom Fernsehen her eine gewisse Optik gewohnt – das ist schwer umsetzbar für die Bühne. Das ist eine Herausforderung. Zudem ist das Stück eine Uraufführung, das heißt, der Text ist theatral noch nicht erprobt. Das ist ein schöner Findungsprozess.

Wenn zwei Schwestern mit einem Mann zusammen leben, kann man schon ahnen, dass etwas nicht so sauber läuft…

Ja – und die eine Schwester ist bettlägrig, kann ihre Beine nicht bewegen. Das ist eine totale Herausforderung für die Darstellerin (Julia Ribbek, Anm. d. Red.), da fehlt die Hälfte des schauspielerischen Instruments. Anfangs hatte ich deshalb Sorgen – jetzt liebe ich es, weil man eigene Wege finden muss. Dazu kommt, dass eine Schwester die andere fast 20 Jahre lang gefangen hält. Das weckt Assoziationen zu allerlei Fällen, wobei ich diese politische Komponente eher vernachlässigen möchte.

Auf welche Komponenten konzentrierst Du Dich?

Für mich ist der Abend ein Seelen-Roadmovie. Das erklärt auch die Kostüme. Ich hab mich wahnsinnig auf die Psychologie der Figuren konzentriert. Uns sind die Figuren alles sehr ans Herz gewachsen. Die sind alle – auf schön Österreichisch – gegen das Erbsensackl gerannt, sind sehr schräg. Jeder lebt in seinem Wahnsinn. Diese Schrägheit haben wir betont – dadurch werden die Figuren sehr lebendig. Eigentlich ist das Stück eine Tragikkomödie. Die Themen im Stück betreffen uns alle – wenn auch nicht in dieser radikalen Form und Zuspitzung. Dennoch sind diese Probleme nicht weit weg von uns. In jeder Familie gibt es Probleme und seltsame Geheimnisse, Dinge, die man gern verschweigt. Auch der Einbrecher hat ein großes Familienproblem. Darum versteht er sich mit der einen Schwester auch so gut. Zwei schwarze Schafe haben eine sehr schöne und gleichzeitig sehr schwierige Begegnung.

Sie wollen weiterlesen? Das können Sie! Das komplette Interview finden Sie im Programmheft, das ab der Premiere an der Kasse erhältlich ist. Mehr Infos, Termine und Karten gibt’s hier…