Stückdetails

Der Reigen

Regie: Uwe Lohr
Komponist: Dean Wilmington
Musikalische Leitung: Dean Wilmington
Choreografie: Daniel Morales Pérez
Ausstattung: Gerrit von Mettingen
Mit: Markus Krenek, Carolin Waltsgott
Dramaturgie: Elke Maria Schwab-Lohr
Ab: 16 Jahren
DatumBeginnSpielortAboKarten
Vorpremi­ere:
Do, 15.11.1819.30 UhrStudio
 
Premi­ere:
Fr, 16.11.1819.30 UhrStudio
 
Wei­te­re Ter­mi­ne:
Sa, 17.11.1819.30 UhrStudio
So, 18.11.1817 UhrStudio
Fr, 23.11.1819.30 UhrStudio
Sa, 24.11.1819.30 UhrStudio
So, 25.11.1818.30 UhrStudio
Fr, 30.11.1819.30 UhrStudio
Sa, 1.12.1819.30 UhrStudio
So, 2.12.1817 UhrStudio
Fr, 7.12.1819.30 UhrStudio
So, 9.12.1818.30 UhrStudio
DatumBeginnSpielortAboKarten
Sa, 29.12.1816 UhrStudio
19.30 UhrStudio
Aus­ver­kauft
So, 30.12.1817 UhrStudio
20 UhrStudio
MusiktheaterMusical

„Der Reigen“ besteht aus zehn Dialogen, zehn aufeinanderfolgenden Einaktern – im wahrsten Sinne des Wortes. Zehn Personen formen eine Choreografie. Zehnmal wiederholt sich ein makabrer Tanz um Werbung, Lockung und Paarung. Zehnmal bilden diese zehn Personen ein neues Paar. Zehnmal steigt die Temperatur vom Nullpunkt zum Siedepunkt und sinkt wieder zum Nullpunkt ab. Am Ende dieses Karussells sind wir wieder da, wo es angefangen hat und der Reigen schließt sich in der unteren und oberen Gesellschaftsschicht.

Es war eines der aufsehenerregendsten und skandalträchtigsten Stücke des 20. Jahrhunderts, obwohl darin gar keine Skandale vorkommen. Denn „Der Reigen“ ist nicht als ein System von Obszönität zu sehen, es geht nicht um eine rein erotische Bilderfolge. Vielmehr zeigt der Dichter-Arzt Arthur Schnitzler, der auch als literarisches Gegenstück zu Sigmund Freud bezeichnet wird, die Untrennbarkeit von sozialem und sexuellem Daseins und die Natur des Menschen. Schnitzlers Interesse richtet sich auf die Wiederholung des Kampfes um politische, ökonomische und psychische Macht im intimsten Bereich der Menschen. Wie kaum ein anderer Dichter seiner Zeit ist er in den Raum der bürgerlichen Privatsphäre vorgedrungen und versuchte zum ersten Mal das konfliktreiche Feld von erotischer Anziehung und Abstoßung, Verführung und Verletzlichkeit, von Bindung und Trennung, Verlangen und Überdruss, Sehnsucht und Enttäuschung der bisher üblichen dramatisierenden Darstellung zu entziehen, es durchsichtiger zu machen und den Geschlechtsakt als einen völlig normalen, gewöhnlichen, alltäglichen Vorgang zu beschreiben.

Das bekannteste Werk Schnitzlers bildet den Ausgangspunkt für dieses neu komponierte Musical, das die Übertragung ins Hier und Heute als Ziel hat.

"Nicht streng und spröde wirkt die scheiternde Suche nach dem Ich im Anderen, sondern vital und sinnlich. (...) Das Liebesduo kann manchmal sehr trist sein, oft erotisch, manchmal komisch, oft dominanzgeprägt, aber die Inszenierung ist nie beliebig. Sie entzaubert weniger die Figuren, bezaubert mehr das Publikum."
(Die Deutsche Bühne, Christian Muggenthaler)

"Eine großartige und fesselnde Leistung mit viel Slapstick, akrobatischen Tanzeinlagen, die Choreograph Daniel Morales-Pérez beigesteuert hat, und rasanten Kostüm- und Frisurwechseln."
(BR, Peter Jungblut)

"Denn die übersexualisierte Gesellschaft findet ihr Futter überall in der Werbung wie auch im Internet. Also legten Uwe Lohr, Regie und Konzept, und Dean Wilmington, Komposition und Text, die Wurzeln bloß, die den Dialogen zugrunde liegen. Und verpacken das Ganze in ein leicht abgründiges Musical."
(Passauer Neue Presse)

"Als Barpianist begleitet Wilmington die Sänger selbst. Ein paar Zeilen singen wird er auch, vor allem, um den Bogen von der einen zur nächsten Szene zu spannen und den Schauspielern einen kurzen Moment zum Umziehen und Verschnaufen zu geben."
(Süddeutsche Zeitung, Christiane Lutz)