Stückdetails

Wut

Regie: Johanna Ullmann
Ausstattung: Isabella Reder
Mit: Markus Krenek, Elisabeth Nelhiebel, Martin Puhl, Julia Ribbeck
Dramaturgie: Elke Maria Schwab-Lohr
Ab: 16 Jahren
DatumBeginnSpielortAboKarten
Premi­ere:
Sa, 1.2.2019.30 UhrStudio
 
Wei­te­re Ter­mi­ne:
So, 2.2.2018.30 UhrStudio
Fr, 7.2.2019.30 UhrStudio
Sa, 8.2.2019.30 UhrStudio
So, 9.2.2018.30 UhrStudio
SchauspielSchauspiel

Elfriede Jelinek zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Gegenwartsautorinnen. Nun ist erstmals ein Werk der Literaturnobelpreis-Trägerin am Theater an der Rott zu erleben.

Verflechtung von Gewalt und Religion, die mediale Vermittlung des Krieges waren schon zuvor Thema in Jelineks Stücken. In ihrem 2016 erschienenen Werk "Wut", vielleicht ihrem wütendsten und dunkelsten Text überhaupt, setzt sich Elfriede Jelinek mit politischen Ereignissen auseinander, die die Welt in Atem halten. Denn die Wut versteht sich als Motor, von dem die Menschen seit Jahrhunderten angetrieben werden. Die Wut ist vielstimmig und zeigt sich in Gestalt islamistischer Terroristen wie in Gestalt von deutschen Wutbürgern. Gewohnt wortmächtig und gedankenklar artikuliert Jelinek ihre eigene Sprach- und Ratlosigkeit, beschreibt aus wechselnden Perspektiven das Unbeschreibliche, versucht nachzuvollziehen, was nicht zu verstehen ist: die mediale Vermarktung des Krieges, die Fassungslosigkeit angesichts religiöser Verbrechen und deren Wiedergabe im Internet, den Widerspruch zwischen religiösem Darstellungsverbot und der millionenfachen Bilderflut im Netz. Als ob der Terrorismus an sich nicht grausam genug wäre, denn dass Attentäter ihre Verbrechen mit Handys oder Helm-Kameras filmen und ins Internet stellen, die Welt also an ihrer Tat teilhaben lassen, ist eine ad absurdum geführte Perversion und dennoch Spiegelbild unserer Zeit.